Entsteht hier ein Meiningen-Komplex? (<#field:views#>)

Volleyball, Regionalliga Ost, Regio History Team

18
Okt
2015
Entsteht hier ein Meiningen-Komplex?

Zusammenfassung
VV 70 Meiningen - SV Einheit Borna
3
:
0
25
:
16
25
:
16
25
:
17
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regionalliga Ost
Multihalle Meiningen
17 Okt 2015
75
Zuschauer
68
Minuten
Auch im zweiten Anlauf im 213 Kilometer entfernten Meiningen hatten unsere Bornaerinnen keine Chance gegen clevere Meiningerinnen zu bestehen, die mit Ausnahme des dritten Satzes kaum Schwächen zeigten. War im letzten Jahr bei zwei einstelligen Satzniederlagen noch von einer Schmach die Rede, kann nun von einem Meiningen-Komplex gesprochen werden. Die richtige Einstellung zum Spiel fehlte in allen Mannschaftsteilen und so wurde bereits nach der ersten richtigen Gegenwehr das VV 70 aufgesteckt. „Das war ein blutleerer Auftritt meiner Mädels, wir können viel mehr als wir gestern gezeigt haben. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Glaube an einen Erfolg schon im ersten Drittel des ersten Satzes begraben wurde“, fasst ein enttäuschter Bornaer Coach zusammen.

Ein Leitspruch an der Wand der Multihalle fasst das zusammen, was Einheit Borna an diesem Tag fehlte, die Leidenschaft:
Gewinner werden nicht in Sporthallen gemacht. Gewinner werden aus dem gemacht, was sie tief in sich tragen: eine Leidenschaft, einen Traum, eine Vision!

Nach einer langen Anreise trafen Klupsch & Co leicht verspätet in der Multihalle Meiningen ein und mussten sich sputen rechtzeitig betriebsbereit zu sein. Nach einer knackigen Erwärmung und ein paar taktischen Hinweisen des Trainers konnte das Spiel starten, was vom sympathischen Schiedsrichter Jürgen Groß geleitet wurde. Der unmittelbare Start begann ausgeglichen mit vielen umkämpften Ballwechseln, ehe Meiningens Schmidt mit einer ersten Aufschlagserie zum 4:10 vorlegte. Bereits hier deutete sich an, dass die Annahme ein Knackpunkt im Spiel werden könnte. Wurde das Sideout dann doch erfolgreich ausgespielt, konnten mit eigenem Aufschlag keine Akzente gesetzt werden. Selbst die eigentlich starken Aufschlägerinnen blieben an diesem Tag glücklos. Somit hatte Meiningen leichtes Spiel. Das Team von Trainer Schreiber spielte schnörkellos mit extrem niedriger Fehlerquote. Immerhin gelang Einheit eine kleine Aufholjagd zum 10:13 und 12:15. Doch spielbestimmend war weiterhin der Gastgeber, der selbst aus schwierigen Angriffssituationen mit kurzen Lobschlägen punktete. Der Satz endete schließlich 16:25.

Der zweite Satz war ein Spiegelbild des Ersten. Trainer Sebastian Schroth brauchte erneut zwei frühe Auszeiten beim 3:6 und 4:10, um seinem Team wichtige Hinweise zu geben. Genau wie im ersten Durchgang gelang Einheit eine Aufholjagd und konnte zum 13:15 verkürzen. Doch der VV 70 schlug an diesem Abend über alle Spielerinnen hinweg sicher und gefährlich auf, was auch in diesem Satz zu zahlreichen direkten Annahmefehlern führte. In dieser Phase kam Sophia Kinne zu ihrem Punktspieldebut, nach siebenmonatiger Verletzungspause. Und ihr erster kurzer Auftritt konnte sich sehen lassen. Sie gab dem Team mehr Sicherheit. Doch das Spiel lief weiter an Einheit vorbei und so musste auch diesen Satz mit 16:25 abgegeben werden.

Im dritten Satz stellte Einheit taktisch ein wenig um. Sandra Stockmeier und Claudia Breitkreuz tauschten die Positionen. Einheit begann außerdem im Läufer 6. Diese Veränderungen schienen anfangs zu fruchten, denn es gab beim 7:6 die erste Führung des Spiels. Die Annahme hatte sich endlich gefangen und verschaffte Zuspielerin Maxi Klupsch optimale Ausgangssituationen. Doch gerade jetzt klemmte es im Bereich Zuspiel / Angriff. Gute Ausgangssituationen wurden leichtfertig vergeben. Das spielte Meiningen in die Karten, die nun mehr Fehler begingen. Unter Mithilfe der Bornaerinnen zog der VV 70 wie in den Sätzen zuvor auf und davon und gewann auch diesen Satz deutlich mit 17:25.

Fazit: Mit dieser Einstellung kann in der Regionalliga kein Blumentopf gewonnen werden. Motivation, Teamgeist und die richtige sportliche Einstellung bilden das Grundgerüst um erfolgreich Volleyball zu spielen. Das alles hat gestern komplett gefehlt und dann endet ein Spiel eben genau mit diesem Ergebnis. Auf der anderen Seite hat Meiningen solide und fast fehlerfrei agiert. Gegen eine Mannschaft von diesem Format muss man seine Punkte selbst erarbeiten, es wird einem nichts geschenkt. Genau in diesen Momenten treten technische und taktische Defizite stärker in den Vordergrund. Spielt man gegen schwächere Teams, wird einem diese Last abgenommen, der Gegner macht eben selbst die Fehler. Letztendlich bleibt eine Niederlage unabhängig vom Ergebnis und der Leistung dennoch nur eine Niederlage und so wird es auch diesmal wieder weitergehen. Außerdem hat jede Niederlage auch etwas Positives an sich, wenn Trainer und Spielerinnen die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Wichtig ist jetzt das nächste Heimspiel gegen den HSV Weimar, welcher ein Kontrahent um den Klassenerhalt sein könnte. Drei Punkte in diesem Spiel wirken befreiend und bereinigend. Von daher ist es das große Ziel dieses Spiel am 01.11.2015 vor heimischer Kulisse zu gewinnen. Kapitänin Maxi Klupsch und ihr Team werden sich darauf akribisch vorbereiten.

Geschrieben von: Sebastian Schroth
Es spielten: Maxi Klupsch (C), Ninett Lungwitz, Sophia Kinne, Claudia Breitkreuz, Corinna Roberger, Lisa Winkler (L), Sandra Stockmeier, Maria Schulze, Christin Bobilow und Jessika Richter.
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