2:0 - Schockmoment - 2:2 - Happy End - 3:2 (<#field:views#>)

Volleyball, Regionalliga Ost, Regio History Team

01
Nov
2015
2:0 - Schockmoment - 2:2 - Happy End - 3:2

Zusammenfassung
SV Einheit Borna - HSV Weimar
3
:
2
25
:
18
25
:
19
19
:
25
21
:
25
15
:
12
 
 
 
Regionalliga Ost
Glück-auf-Sporthalle Borna
01 Nov 2015
125
Zuschauer
115
Minuten
Unser SV Einheit Borna hat aufstellungstechnisch noch nie so flexibel und ungewohnt agiert wie heute. Alle zehn Spielerinnen kamen zum Einsatz und mussten teilweise improvisieren oder mit wenig Spielpraxis ihre Frau stehen. Nach einer schnellen 2:0 Satzführung schien alles in einem klaren Sieg zu münden, doch ein Schockmoment warf unseren SVE meilenweit zurück. Claudia Breitkreuz musste nach einem Zusammenprall mit Sandra Stockmeier ins Krankenhaus und Casey Franke erledigte derweil ihre Arbeit im Außenangriff. Nach Verlust dieses Satzes übernahm die block- und angriffsstärkere Jessika Richter die Rolle der früheren Libera. Doch der HSV Weimar roch Lunte, setzte alles auf eine Karte und zog in den Tie-Break. Als die Einheitlichen fast aussichtslos 4:8 zurücklagen, gab es einen gewaltigen Ruck im Team. Unter Volldampf wurde der HSV blankgezogen und mit 15:12 das Siegticket gelöst. Wahnsinnsstimmung in der Glück-auf-Halle gemeinsam mit 125 jubelnden Zuschauern.

Es war das wichtige Spiel für unsere Bornaerinnen. Nach einer verhaltenen Trainingswoche sollte heute eine Trotzreaktion folgen und der HSV Weimar als Konkurrent um den Klassenerhalt bezwungen werden. Erstmals in der Startformation stand dabei Constanze Thomas, die vorweggenommen ein gutes Spiel mit vielen Block- und Angriffserfolgen zeigte. Nach kurzem Abtasten im ersten Satz gelang Einheit schnell eine sichere Führung. Claudia Breitkreuz zeigte sich im Angriff stark verbessert und steuerte genau wie Maria Schulze zahlreiche Punktgewinne bei. Beim 17:12 kam die aufschlagstarke Jessika Richter ins Spiel und erhöhte mit klugen Services auf 20:12. Weimar kam durch gute Aufschläge von Yvonne Dell zwar nochmal ran, musste sich dennoch klar mit 25:18 geschlagen geben. Im zweiten Satz hielt der HSV besser dagegen und ging sogar mit 5:9 in Führung. Sichere Annahmen durch Libera Lisa Winkler und starke Blockaktionen von Constanze Thomas brachten Borna wieder in Reichweite (10:12). Mit gefährlichen Aufschlägen durch Maxi Klupsch gelang erstmals die Führung im Satz (16:12). Breitkreuz mit deutlich mehr Aggressivität am Netz steuerte weitere Zähler zum 23:18 bei. Sophia Kinne kam ins Spiel und glänzte sofort mit einer sauberen Annahme, sodass Christin Bobilow druckvoll als Einbeiner abschließen konnte. Nach dem 25:19 stand es somit 2:0.

Der dritte Durchgang startete eher durchwachsen, doch alle Fan-Prognosen prophezeiten einen 3:0 Erfolg. Nach einigen Annahmeschwächen stand es nur 7:10 ehe Breitkreuz nach einem Zusammenprall mit Sandra Stockmeier verletzt ausfiel. Ihren Part übernahm nun Casey Franke, die sich in Annahme und Feldabwehr trotz fehlender Matchpraxis super einbrachte und für Stabilität sorgte. Auch am Netz konnte sie den ein oder anderen Akzent setzen. Beim 18:20 schien trotz Schockstarre ein 3:0 möglich, doch Weimars Trainerin Anne Glief puschte ihren HSV unaufhörlich zu einer nicht mehr für möglich gehaltenen Tagesform. Einheit musste enttäuscht mit 19:25 passen. Trainer Sebastian Schroth stellte auch im Hinblick auf einen möglichen Tie-Break taktisch um und nahm Jessika Richter aufgrund ihrer Block- und Angriffsstärke in den Außenangriff. Der Start in den vielleicht letzten Satz verlief vielversprechend. Nach starken Stockmeier-Aufschlägen und lupenreinen Dankebällen über Schulze gelang eine schnelle 9:3 Führung. Doch der HSV blieb am Ball, verbesserte seine Annahme und Feldabwehr und fand über Teamgeist und Kampf zurück ins Spiel. Beim 12:15 kam Kinne für Richter hinten rein und ließ ihre technischen und kämpferischen Facetten aufblitzen. Die frühere Engelsdorferin kommt bei Einheit immer besser in Fahrt. Dennoch führte beim Rückwechsel immer noch der HSV (16:17). Die Gedanken waren nach dem Schockmoment immer noch nicht richtig frei und so kam es wie es kommen musste, zum Tie-Break.

Trainer Schroth vertraute weiter der Formation aus Satz 4 und diese Entschlossenheit sollte sich auszahlen. Nach unglücklichen Aktionen auf Seiten der Bornaerinnen schien Weimar beim 4:8 fast wie der sichere Sieger. Doch ein Block von Richter brachte den Anschluss zum 5:8. Es folgten starke Angriffe durch Stockmeier, die endlich aggressiv zu Werke ging. Ein unerzwungener Fehler brachte Weimar das 5:9, ehe Schulze hammermäßig auf 6:9 verkürzte und Bobilow zum Aufschlag wechselte. Riesen Respekt an die Mittelblockerin, die mit Risiko servierte und Weimar zu Fehlern und einen harmlosen Angriffsaufbau zwang. Dies nutzten Thomas und Schulze in Kombination mit Zuspielerin Klupsch zu sehenswerten Punktgewinnen. Erst beim 10:9 konnte sich Weimar befreien und selbst 10:11 in Führung gehen. Doch Einheit Borna hatte mit Klupsch eine nervenstarke Aufschlägerin, die Weimar empfindlich im Spielaufbau störte. Ein lösbarer Angriff von Weimar, alle legten sich ins Zeug, erst rettete Winkler, dann Klupsch und auch Kinne zeigte spektakuläre Rettungsaktionen. Nach einer beispielhaften Teamleistung stand es 13:11. Weimar schaffte das Sideout zum 13:12, ehe Stockmeier mit langen Floats zum Finale blies. Wieder ein unbändiger Kampf und ein absoluter Donnerschlag durch Schulze zum 14:12. Zwei Matchbälle und der erste wurde sofort genutzt. Spielerinnen und Fans feierten den verdienten Erfolg ausgiebig.

Fazit: Dass unsere Einheit-Mädels nach einem derartigen Rückschlag den Weg zurück ins Match fanden verdient Respekt und ist nicht selbstverständlich. Einheit lag im Tie-Break fast schon aussichtslos mit 4:8 hinten und die Statistiker ermitteln hier eine Niederlage. Nicht so mit Christin Bobilow, die im Tie-Break ihre wahre Aufschlagstärke entdeckte und maßgeblich zur Wende beitrug. Unsere Regisseurin Klupsch traf die richtigen Entscheidungen und Schulze fand zu alter Stärke zurück, beeindruckte Weimar mit Granatenangriffen. In der Feldabwehr ließ Libera Lisa Winkler ihre fehlende Vorbereitungszeit hinter sich und Sophia Kinne kann ihre Stärken immer besser einbringen. Jessika Richter hielte dem Druck auf der Außenposition stand und Stockmeier schlug die finalen Aufschläge zum Einheit-Erfolg. Was sagt uns das? Alle sind wichtig, auch die zehnte Frau!

Geschrieben von: Sebastian Schroth
Es spielten: Maxi Klupsch (C), Sophia Kinne, Claudia Breitkreuz, Casey Franke, Lisa Winkler (L), Sandra Stockmeier, Maria Schulze, Christin Bobilow, Jessika Richter und Constanze Thomas.
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