Zuschauer haben verziehen und Einheit gepunktet (<#field:views#>)

Volleyball, Regionalliga Ost, Damen I

12
Nov
2017
Zuschauer haben verziehen und Einheit gepunktet

Zusammenfassung
SV Einheit Borna - SSV Fortschritt Lichtenstein
3
:
0
25
:
15
25
:
16
25
:
19
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regionalliga Ost
Glück-auf-Sporthalle Borna
12 Nov 2017
160
Zuschauer
74
Minuten
Für Einheit Borna stand viel auf dem Spiel und Fortschritt Lichtenstein war laut SSV-Ankündigung motiviert bis in die Haarspitzen. Das TSV-Desaster war sicher dem ein oder anderem noch im Hinterkopf und umso überraschender war es, dass sich 160 Zuschauer mit den Spielerinnen versöhnen wollten. Tolle Geste der Einheit-Fans, die wie immer Fangesänge, Trommelschläge und Klatschpappenmelodien von den Rängen und aus der Hallenecke sendeten. Das war mindestens genauso wichtig wie eine besser eingestellte Bornaer Mannschaft, die an dem eigenen Tun intensiv gefeilt hat und ausreichend kritische Worte inhalierte. Im Thema Block- und Feldabwehr lief es spürbar besser. Neun direkte Blockpunkte sagen einiges bis viel aus. Mit einem klaren 3:0-Erfolg gegen Saschas Lichtensteinerinnen springt Einheit auf den 6. Platz und hat am kommenden Sonntag Meiningen vor der Brust. Da heißt es den kleinen Erfolgsweg auszubauen und einen drauf zu setzen.

Im Vergleich zum TSV-Spiel gab es zwei Veränderungen. Die immer stärker werdende Claudia Göbel durfte diesmal von Beginn an auf der Außenposition starten und auch Constanze Thomas sollte ihre Größenvorteile im Block vom ersten Punkt an nutzen. Vorweg genommen haben beide die Erwartungen erfüllt und mit starken Leistungen geglänzt. Göbel als punktbeste Angreiferin mit starker Killquote und Thomas mit vier direkten Blockerfolgen neben einem ungewöhnlich erfolgreichen Aufschlagspiel der Leipzigerin.

Lichtenstein hatte Losglück und durfte als erstes im Aufschlag ran, doch das Sideout von Gaby Woithon nach stabiler Annahme über Alexandra Kulik war sofort erfolgreich. Die anschließende Aufschlagserie brachte einen komfortablen 5:0 Vorsprung. In einer kämpferischen Phase tastete sich der SSV vorsichtig auf 7:4 ran, ehe Göbel diese Drangphase Lichtensteins mit einem Diagonalkracher beendete. Dann wechselte Thomas zum Aufschlag, welche die SSV-Annahme mit ihren langen Services vor arge Probleme stellte. Entweder Lichtenstein schenkte ab oder K2-Libera Maria Mateev war zur Stelle. Den anschließenden Pass griff Gaby Woithon dankend ab und verwandelte in Summe über 40% ihrer Außenangriffe. Die Gäste kamen über Sander zwar nochmal auf 15:11 ran, doch der besser positionierte Block brachte Auftrieb und Überzeugung, was in einen 25:15 Satzerfolg mündete.

Auch der zweite Satz startete vielversprechend. Nach Lichtensteins 0:1 schlug Woithon den Außenblock clever an und startete im Anschluss eine Aufschlagserie zum 4:1. SSV-Coach Grieshammer blieb ungewohnt ruhig und musste zuschauen wie der Kontrahent über einen schönen Einbeiner von Christin Bobilow und einen klugen Leger von Göbel auf 10:5 davonzog. Dann kam der SSV mit starken Aufschlägen zurück und hatte auch den ein oder anderen Glücksmoment beim 10:8 auf seiner Seite. Anschließend gelang endlich der Befreiungsschlag über eine starke Angriffsaktion von Ina Wildführ, so dass Bobilow zum Aufschlag wechselte. Die Espenhainerin setzte den SSV mit gewitzten Aktionen von der Grundlinie unter Druck, die jetzt nur noch reagieren konnten. Das 15:8 wirkte extrem beruhigend. Einheit verwaltete diesen komfortablen Vorsprung und gönnte sich beim 22:14 nochmals eine Auszeit. Einen Punkt später durfte Wildführ verschnaufen und Lisa Heseler nahm ihre Rolle ein. Nach einem ungefährdeten und überzeugenden 25:16 hieß es 2:0 für Borna.

Nun peitschte das Jena-Spiel ins Gedächtnis. Auch dort wurde eine 2:0-Führung hergegeben und auch Trainer Sebastian Schroth hatte dieses Erlebnis heute früh in Chemnitz-Harthau. Doch nix da, heute sollte es anders laufen. Sascha Grieshammer zog in gewohnter Manier alle Register und erklärte seine Libera Och für spielunfähig. Diese Position sollte fortan Außenangreiferin Maria Leucht einnehmen. Ein wenig makaber erschien diese Entscheidung schon. Doch auch im Zuspiel änderte sich was. Teresa Neuhäuser kam ins Spiel und ersetzte Susann Diesch. Einheit ließ sich davon nicht beirren und schaffte neuerlich das sofortige Sideout. Mit gehörig Aufschlagdruck und starken Angriffen von Göbel hieß schnell 6:1. Doch das Bornaer Spiel verlor etwas an Konsequenz und die Aktionen wurden teilweise unkonzentrierter. Das beflügelte den SSV, der auf 11:10 verkürzte. Erst mit Woithon im Aufschlag und einem unüberwindbaren Block von Thomas wurden die Weichen mit einem 17:12 auf Sieg gestellt. Lichtenstein war zum Punkten gezwungen und einige Patzer unterstützen die Aufholjagd zum 17:14. Dann gelang Heseler ein druckvoller Angriff zum wichtigen 18:14. Die aufschlagstarke Bobilow erwischte den SSV-Annahmeriegel kalt und bitterlich. Das 24:18 war die Vorentscheidung, die zum 3:0-Erfolg mündete (25:19).

Fazit von Trainer Sebastian Schroth: Die kritische Auswertung nach dem TSV-Spiel und ein Intensiv-Training an den Bruchstellen im Einheit-Spiel zeigten Wirkung. Die Block- und Feldabwehr agierte heute viel disziplinierter und damit erfolgreicher. Die Statistik von Co-Trainer Tim Reichenbach spricht Bände. Zudem hatten beide Außenangreiferinnen sehr ordentliche Killquoten von über 40%. Der Dreierriegel um Kulik arbeitete ordentlich und versorgte Einheits Zuspielerin mit vielen verwertbaren Annahmen. Libera Mateev glänzte im K2-Verhalten. Das Spiel über Mitte wurde forciert und brachte auch da Erfolgserlebnisse. Gaby Woithon, Christin Bobilow und Constanze Thomas haben Lichtenstein im Aufschlag ausreichend gefordert und somit vieles richtig gemacht. Leider haben wir im dritten Satz zunehmend nachgelassen und Lichtenstein im Spiel gehalten, das darf uns nicht passieren, da müssen wir besser aufpassen. Alles in allem ein Schritt in die richtige Richtung und ganz toll war die Unterstützung der 160 Fans. Ein ganz besonderer Dank geht an meinen guten Freund Thomas Franz, der es versteht die richtigen Worte und Motivationsspritzen zu finden.

Geschrieben von: Sebastian Schroth
Es spielten: Maxi Klupsch (C), Ina Wildführ, Claudia Breitkreuz, Claudia Göbel, Maria Mateev (L), Lisa Heseler, Christin Bobilow, Sandra Stockmeier, Gaby Woithon, Jessika Richter, Constanze Thomas und Alexandra Kulik (L).
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