Damen I: Nichts für schwache Nerven - Auswärtsspiel gegen SV Stahl Brandis I (<#field:views#>)

05
Mrz
2020
Nichts für schwache Nerven - Auswärtsspiel gegen SV Stahl Brandis I

Vergangenen Samstag empfingen die Damen des SV Stahl Brandis eine kleine Bornaer Auswahl an Spielerinnen zum Duell.
„Unser Können beweisen“ war unsere Devise, allein... die Voraussetzungen waren nicht die besten: keine Diagonalangreiferin, eine Mitte, wenige Außen, dafür zwei Zuspielerinnen und zwei Libera. Wir machten das Beste daraus: Die flinke Ofiera übernahm die Regie im Zuspiel, Roberger das Annahmekommando als Libera, Lungwitz und Michael sorgten für baumhohe Blockarbeit, Thomas fungierte als Hauptangreiferin, während Arendholz, Franz und Lehmann auf außen rotierten.
Der Plan stand, nun galt es nur noch, die schon fast vertrauten Startschwierigkeiten zu managen.
Michael schwor alle noch einmal ein, dass wir uns diesmal nicht verrückt machen lassen würden, falls die ersten Annahmen weggehen sollten, sondern knallhart dranbleiben würden.Und tatsächlich flog der erste Brandiser Aufschlag vom Bornaer Unterarm in Richtung Hallenwand. Doch Franz war bereits on fire, hechtete hinterher, zwar noch ohne Erfolg, aber mit viel, viel Biss.
Ab da lief der erste Satz für uns. Wir feuerten aus allen Rohren. Vor allem Arendholz machte über außen, was sie wollte... kurze Ableger hinter den Block, Angriffe in die Brandiser Schnittstellen, diagonale Knaller. Kombiniert mit Hammeraufschlägen war das eine bockstarke Sache und brachte uns den ersten Satz mit 25:14 ein.
Im zweiten Satz stellten die Brandiserinnen um und brachten unsere Annahme nun ihrerseitsgehörig ins Wanken. 6:14 hieß der bedenkliche Zwischenstand, als Michael zum Aufschlag wechselte und Borna wieder zum 11:14 in Schlagdistanz brachte. Unser Spirit war gut, die Aufschläge blieben mutig, nur leider nicht immer im Feld. Und so waren es nun unsere Gegnerinnen, die diesen Satz mit 25:14 für sich entschieden.
Gut, alles auf Start... es war noch nichts verloren, drei Punkte immer noch möglich.
Beide Mannschaften waren nun aufeinander eingestellt und lieferten sich im dritten Satz ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum 13:13. Erst dann konnten wir Punkt für Punkt auf unsere Seite ziehen und uns zum 17:14, 19:15 und 22:16 absetzen. Thomas packte nun deutlich mehr Zorn in ihre Bälle, konnte aber auch einen Notpass aus dem Feld gewitzt ins Brandiser Eck hebeln. Den Schlusspunkt zum 25:21 setzte sie schließlich mit viel Übersicht ins gegnerische Feld.
Auch Satz Nummer vier wurde eine ganz enge Kiste, doch nichts im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte. Nur so viel sei gesagt: Jeder Ball war hart umkämpft, denn während wir schon am Tagessieg schnupperten, wollte Brandis nicht mehr als den einen schon nach Borna entführten Punkt rausrücken. Bis zum 27:28 krallten wir uns fest, bevor wir diesen Satz mit 27:29 doch den Hausherrinnen überlassen mussten und gemeinsam in den Tie-Break einzogen.
Und der begann wirklich haarig für uns: Brandis ließ den Druck im oberen Bereich und machte uns das Leben arg schwer. Beim Stand von 2:9 schien der Drops bereits gelutscht. Ansage Michael: Wir spielen jetzt ohne Blick auf die Anzeigetafel Punkt für Punkt... selbst kaum dran glaubend. Aber in der Tat passten nun die Bornaer Rädchen wieder ineinander, während Brandis zunehmend wackelte. Bei 15:15 hatten wir sie wieder. Der Brandiser Fanblock war nun dazu übergegangen, die Balustrade für Trommelzwecke zu entfremden. Die ganze Halle bebte... Adrenalin wurde in rauen Mengen ausgeschüttet, das Volleyballerherz schlug bis zur Decke. Wer hätte das gedacht? Was für ein geiles Spiel! Am Ende Brandis mit der glücklicheren Wahl und dem entscheidenden Leger über den Bornaer Block zum 22:20.
Fazit:
Natürlich gab es enttäuschte Gesichter und Reaktionen auf das Ergebnis. Doch wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir in dieser improvisierten Besetzung so abliefern würden, hätten wir alle gern unterschrieben. Auch der Blick auf die kleinen Punkte lohnt sich... 111:111 zeigt, wie leicht das Pendel auch in die andere Richtung hätte ausschlagen können.
Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die vor allem im fünften Satz nach deutlichstem Rückstand echten Kampfgeist bewiesen hat.Am kommenden Samstag bringen wir diesen Biss gern wieder mit, wenn wir zu den jungen Talenten der L.E. Volleys reisen.
Also weiter mit Gebrüll, und denkt dran, Mädels: Immer geil bleiben!

Es spielten: Thomas, Lungwitz, Michael, Franz, Lehmann, Ofiera, Arendholz, Roberger

Geschrieben von: Lena Michael
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