Mutigem Beginn folgt trostloses Ende (<#field:views#>)

Volleyball, Regionalliga Ost, Damen I

08
Jan
2018
Mutigem Beginn folgt trostloses Ende

Zusammenfassung
SG Erfurt electronic - SV Einheit Borna
3
:
1
23
:
25
25
:
20
25
:
10
25
:
12
 
 
 
 
 
 
Regionalliga Ost
SH Walter-Gropius-Schule Erfurt
06 Jan 2018
30
Zuschauer
85
Minuten
Einheit Borna war gegen den Favoriten aus Erfurt einer Überraschung sehr nahe. Mit einer besseren Annahmeleistung hätten die Bornaerinnen mindestens einen Punkt aus Thüringens Landeshauptstadt entführt. Doch nach einer 12:6 und 13:9 Führung im zweiten Satz kippte das Spiel zu Gunsten von Erfurt electronic. Die Sätze drei und vier waren dann der Rede nicht wert und müssen schnell aus den Köpfen verschwinden. Die SG wurde ihrer Favoritenrolle nach einem mäßigen Beginn immer deutlicher gerecht und zeigte einen Klassenunterschied auf. Bei Einheit lief nichts mehr zusammen und der Sechser zeigte Auflösungserscheinungen. Damit gehen die drei Punkte verdient an die Gastgeber, die damit den zweiten Platz hinter dem Dresdner SSV festigen. Da der USV Jena durch Verletzungspech des VCO Dresden II im Tiebreak gewann, schrumpft der Vorsprung auf den Neuntplatzierten um zwei Punkte. Der TSV Leipzig 76 blieb als Vorletzter spielfrei und Schlusslicht Lichtenstein unterlag dem SWE Volley Team Erfurt II mit 1:3.

Im ersten Satz startete Lisa Heseler zum zweiten Mal auf der Diagonalposition und machte ihre Sache wirklich gut. Mutige Aufschläge, ein starker Block und einige Rettungsaktionen in der Feldabwehr stehen auf deren Habenseite. Für die 6:1-Führung war allerdings Kapitänin Maxi Klupsch verantwortlich, die an diesem Tage überragend servierte und die Erfurter Schwachstellen eiskalt nutzte. Die SG schien noch in der Winterstarre oder der Gänsebraten lag quer im Bauch. Es lief nicht viel zusammen bei den Thüringerinnen, die ihr Juwel Jana Minks nicht gut in Szene setzen konnten. Der Satzverlauf wurde nach einem 9:6 und 15:12 durch Annahmeprobleme immer knapper. Mit viel Kampf und Elan wurde der Satz mit 25:23 nach Hause geholt.

Im zweiten Satz knüpfte Einheit an die starke Aufschlagleistung an. Das führte soweit, dass die Erfurter Libera ersetzt werden musste. Gaby Woithon wurde zur erfolgreichsten Angreiferin und konnte sich immer wieder geschickt durchsetzen. Beim 12:6 schien eine Überraschung in der Walter-Gropius-Halle möglich. Doch SG-Coach Cao wechselte jetzt auf der Zuspiel- und Diagonalposition, brachte frische erfahrene Kräfte mit Gardemaßen. Auch die zweite Libera wurde aus der Annahme verbannt. Mit dieser taktischen Raffinesse wurde Erfurt immer stärker und knabberte am Selbstvertrauen des SVE. Beim 13:9 war die Welt noch in Ordnung und auch beim 16:16 gab es berechtigte Hoffnung. Auch Trainer Sebastian Schroth reagierte jetzt und brachte die erfahrene Sandra Stockmeier auf der Diagonalposition. Doch die SG wurde im Angriff immer dominanter und wusste die Annahmeschwächen von Borna clever zu nutzen. Beim 18:21 kam die gesundheitlich angeschlagene Claudia Breitkreuz ins Spiel, doch auch sie konnte das Bornaer Spiel nicht stabilisieren. Folgerichtig ging der Satz mit 20:25 verloren.

Der dritte Satz ging mit unveränderter Startaufstellung voll daneben. Auch die Einwechslungen von Stockmeier und Breitkreuz beim 3:10 für Heseler und Claudia Göbel brachten nicht den gewünschten Effekt. Erfurt spielte wie aus einem Guss und überforderte die immer stärker resignierenden Bornaerinnen. Mit 10:25 ging dieser Satz völlig nach hinten los. Trainer Schroth stellte nun nochmal um und beorderte Göbel auf ihre gewohnte Diagonalposition. Breitkreuz startete dafür auf Außen. Am desaströsen Gesamtbild änderte das allerdings nichts. Schon nach 0:3 und 4:11 waren alle Messen gesungen. Einheit hatte den selbstbewussten Erfurterinnen nichts mehr entgegenzusetzen und ergab sich schlussendlich mit 12:25.

Fazit: Durch das trostlose Ende wurde der mutige Satzgewinn verspielt. Haften bleibt ein desaströses Ende und die positiven Dinge rücken in den Hintergrund. Pustekuchen! Die falsche Einstellung in der Schlussphase wurde kritisch ausgewertet und darf in künftigen Spielen in dieser Form nicht wieder vorkommen. Lobenswert bleibt der starke Beginn, der Erfurt zu vielerlei taktischen Änderungen zwang. An diese Gutphase muss angeknüpft werden. Am Sonntag wartet mit dem Tabellenführer Dresdner SSV ein ähnliches Kaliber auf unsere Bornaerinnen. In der Glück-auf-Sporthalle soll das neue Jahr gebührend eingeläutet werden. Da ist Profil gefragt! Danach kommen dann die überlebenswichtigen Spiele, wo es um alles geht. Genau dann muss Einheit fit sein und sich der Herausforderung Regionalliga stellen und zwar mit allen Mitteln und Kräften die wir haben. Kapitänin Maxi Klupsch ist überzeugt, dass ihr Team den Kampf annimmt und alles aus sich herausholen wird.

Geschrieben von: Sebastian Schroth
Es spielten: Maxi Klupsch (C), Claudia Breitkreuz, Claudia Göbel, Lisa Heseler, Christin Bobilow, Sandra Stockmeier, Gaby Woithon, Constanze Thomas und Alexandra Kulik (L).
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