Damen I: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen (<#field:views#>)

12
Nov
2019
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Oder auch: „Und täglich grüßt das Murmeltier“... denn so wie der letzte Heimspieltag aufgehört hatte, so ging der neue weiter:
Erste Gäste des Tages waren die Damen des SV Stahl Brandis. Wir – dank unseres Sponsors von der Teilefeuerwehr neu gewandet und guter Dinge, aber wohl doch noch nicht vollends von den eigenen Fähigkeiten überzeugt - starteten mit einem Fehlaufschlag, und auch die übrigen Spielelemente liefen nur schleppend an. Dennoch wurde auf beiden
Seiten des Netzes passabel gekämpft. Auf der Punktetafel herrschte im ersten Satz noch anmutige Symmetrie bei 13:13, 16:16, 21:21. Bornas Sechser ging in Führung... die Hand bei 23:21 schon an der Klinke, doch Brandis drängelte schnörkellos vorbei und tütete, ohne weitere Pünktchen abzugeben den Satz ein.
Gut, das lief etwas unglücklich. Nichtsdestotrotz waren helle Momente vorhanden und grundsätzliche Fähigkeiten erkennbar. Also weiter, nur diesmal besser, bitte! Wir zogen aufschlagstark zum 4:0 voran. Brandis tat es uns gleich, glich schnell auf 4:4 aus. Weiter ging es dicht an dicht, bis sich irgendwo in der Mitte des Satzes auf Bornaer Seite Ideen, Mut
und Puste verabschiedeten, um gemeinsam zu chillen. Da passte nicht mehr viel zusammen,während die Brandiser Maschinerie bis zum 16:25 durchackerte.
Der dritte Satz begann trotz einiger Bornaer Wechsel ähnlich ernüchternd. Erst beim Stand von 17:21 verhalf uns zunächst eine leidvoll verendete gegnerische Zuspielfinte, dann Kranz‘ trockener Angriffshammer zu neuer Hoffnung. Wir kamen ins Spiel, knallten Brandis ein paar Bälle um die Ohren, zwangen sie zu Fehlern, machten alle Türen zu, hielten sie mit starken Aufschlägen im Schraubstock, hatten sie bei 22:23 am Sack... und pfefferten den nächsten
ins Aus. Wettkampfangst? Vermutlich. Denn auch der nächste Angriff war zwar knüppelharte, aber deutlich neben dem Feld. Ein weiterer Brandiser Punkt folgte, Jubel bei den Gästen, bei uns Köpfe, als steckten sie zwischen den Händen von Bud Spencer, der immer wieder zur doppelten Bratpfannenschelle ansetzt. Da hatten wir zwar erkennbar mehr gegeben als im ersten Heimspieltag und gingen trotzdem erneut ohne Punkt vom Platz... wie ernüchternd.

Doch wer abrutscht, darf nochmal. Und so erwarteten wir als zweite Gastmannschaft die Damen des SV Liebertwolkwitz I, Aufsteigerinnen und bisherige Tie-break-Königinnen der Liga. Die starteten mit der gefürchtet aufschlagstarken Anna Krüpper, aber Borna hatte einen
Deal mit der Glücksfee: Aufschlagfehler! Auch nach dem nächsten Ballwechsel und erneutem Aufschlag für Liebertwolkwitz fand der Ball nur den Weg bis zum Netz. Den Vorteil wussten wir zu nutzen, und Arendholz verpackte ein paar schöne Grüße für die gegnerische
Seite... 7:1. Wolks kämpfte, hatte uns bei 10:11 fast am Wickel und verkrampfte erneut am Aufschlag. Wir waren wach, behielten im weiteren Satzverlauf die Oberhand und zogen dank Thomas‘ Aufschlägen die Schlinge noch etwas fester zu... 21:15. Wenig später war der erste
Satz mit 25:18 unser.
Eine Warnung unseres Trainers folgte, dass das so garantiert von Gästeseite nicht weitergehen würde... und tatsächlich... Liebertwolkwitz hatte nun auch die anfängliche Nervosität abgeschüttelt und trat deutlich selbstbewusster auf. Bis zum Stand von 11:11 war noch alles geschmeidig, bis Frau Krüpper erneut zum Aufschlag schritt und nun raushaute, was sie konnte.
14:11-Führung für Liebertwolkwitz, dumme Gesichter bei Borna. Schnell
geschüttelt, weitergearbeitet! 15:15-Ausgleich, 18:18, 21:21. Liebertwolkwitz hatte das Ding bei 24:22 in der Hand, strauchelte kurz und griff schließlich bei 25:23 zu. Wieder so eine knappe Kiste!

Die waren nun in Fahrt, wir merklich abgekühlt, rannten mit 2:8 und 7:11 hinterher, bevor Taubert uns auf 11:12 wieder ins Spiel brachte. Doch erneut Krüpper am Aufschlag -verflixt! – 11:17, dann erst der erlösende Punkt. Im gleichmäßigen Fünf-Punkte-Abstand ging es dem
Satzende entgegen, wir immer schön hinterdrein. Bei 16:25 waren unsere Gäste um einen Punkt reicher und wir pappsatt.
Auch der vierte Satz geriet zunächst zum Gequäle: Aufschlagfehler, Annahmefehler, Abstimmungsprobleme. Punkte bekamen wir hauptsächlich dank der zeitgleich auftretenden Schwächen auf Gästeseite. Allzu verwunderlich war das nicht, hatte Trainer Franz doch
erneut das Personalkarussell rotieren lassen und eine neue Kombination ins Rennen geschickt. Auch unsere beiden jungen Talente Klenner und Salomo standen jetzt von Anfang an auf der Platte. Und die lieferten ab! Salomo servierte einen top Eier-Aufschlag zum 10:10 nach drüben, knallte bei 14:14 eine sehenswerten Schnellangriff ins Wolkser Quadrat und rammelte bei 15:14 die Türe zu. Auch Klenner zeigte ihr Können im Angriff und bei 21:22 kompromisslos im Block, während von der Grundlinie Ofiera eiskalt servierte.
23:23... Aufschlag Liebertwolkwitz... verrissen!
Satzball Borna... verrissen!
24:24... Aufschlag
Wolks... verrissen!
What?! Wie viele Geschenke dürfen’s bitte sein, Gnä‘ Frau? Die Herzen
der Anwesenden wurden durch ein Hin und Her aus gegnerischen Aufschlagfehlern und unseren Angriffsproblemen dem Stresstest unterzogen, bevor Kranz endlich den erlösenden Ball zum 27:25 reinprügelte. Nach 3,x Spielen und 13 Sätzen war der erste Punkt der Saison nun endlich im Körbchen. Zugegebenermaßen eine recht magere Ausbeute, aber es lockte ja noch ein weiterer Punkt.

Also nahmen wir noch einmal alle Körner zusammen, beschäftigten die Gäste mit starken Aufschlägen und nun auch zwingenderen Angriffen und behielten im Gewusel den kühleren Kopf. 7:4... Aufschlag Taubert, gegnerische Annahme auf die Netzkante, Salomo vollstreckte, ohne zu Zögern. Immer noch Taubert... 9:4. Erst bei 5:10 gelang es
Liebertwolkwitz, sich zu befreien. Doch erneut glänzte Salomo mit einem saustarken Block...11:5! Wenig später hielt sie bei 14:8 den Schnatz in der Hand. Doch es sollte noch etwas Spannung für die Zuschauermassen rein. Die Gäste preschten noch einmal zum 12:14
heran, bevor die Glücksfee sich für die Bornaer Seite entschied und uns den hart erarbeiteten zweiten Tabellenpunkt bescherte.

Fazit:
Nun schon Tabellenplatz 9, der Trend geht nach oben, harrharr. Das war echt mühsam und bleibt anstrengend. In den nächsten Spielen vergessen wir hoffentlich nicht, wo wir die Vorräte gelagert haben, und bringen die Kracher gleich aufs Tablett.
Ein großer Dank geht an alle, die auch außerhalb des Spielfeldes als Teil unseres Teams mitgefiebert und geackert haben.

Es spielten gegen Brandis: Michael, Franz, Lehmann, Ofiera, Kranz, Klenner, Salomo, Arendholz, Taubert

Es spielten gegen Liebertwolkwitz: Thomas, Michael, Lehmann, Ofiera, Kranz, Klenner, Salomo, Arendholz, Roberger, Taubert

Geschrieben von: Lena Michael
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