Große Chance in Meiningen nicht genutzt (<#field:views#>)

Volleyball, Regionalliga Ost, Regio History Team

12
Feb
2017
Große Chance in Meiningen nicht genutzt

Zusammenfassung
VV 70 Meiningen - SV Einheit Borna
3
:
1
25
:
19
16
:
25
25
:
23
25
:
20
 
 
 
 
 
 
Regionalliga Ost
Multihalle Meiningen
11 Feb 2017
50
Zuschauer
106
Minuten
Noch nie war die Chance größer im weit entfernten Meiningen ein Pünktchen oder gar Sieg mitzunehmen. Nach dem verloren gegangenen ersten Satz konterten die Einheit-Damen mit flattrigen Aufschlägen und kamen souverän zum Satzausgleich. Im dritten Abschnitt fingen sich die Südthüringerinnen wieder und erarbeiteten sich zu Satzmitte eine sichere Führung. Nachdem Einheit beim 17:24 sechs Satzbälle abwehrte, nutzte Meinigen seine letzte Chance zur Führung. Im vierten Abschnitt war nach einem starken Beginn mehr und mehr die Luft raus. Der VV 70 ließ sich dann die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und entschied den letzten Satz ungefährdet für sich. Einheit rutscht durch den gleichzeitigen Sieg des VC Zschopau über Gotha auf den 8. Platz und hat kommenden Sonntag mit dem designierten Meister aus Leipzig keine einfachere Nuss zu knacken.

Nach der 2,5 stündigen Anreise wurde sich in der grünen Hölle kurz akklimatisiert, ehe die Erwärmung starten konnte. Auf beiden Seiten waren einige Ausfälle zu verkraften. Auch der VV 70 konnte aufgrund von Krankheit oder Verletzungen nur neun Spielerinnen aufbieten. Bei Einheit fehlten mit Gaby Woithon, Christin Bobilow, Grit Taubert, Jessika Richter und Claudia Göbel gleich fünf wichtige Akteure. Deren neun blieben übrig und so konnte Trainer Sebastian Schroth eine neue Aufstellung ausprobieren. In der Startsechs fanden sich mit Isabelle Erdmann und Laura Wünsche Spielerinnen wieder, die bisher noch wenig Einsatzzeit sammeln konnten. Beide lieferten eine solide und phasenweise auch sehr ansprechende Leistung ab und bleiben beim Coach in guter Erinnerung. Ein neues Gesicht stand mit Lisa Wendler in der Auswechselzone bereit und sollte ihren ersten Einsatz im Einheit Trikot feiern können. Weiter starteten Maxi Klupsch im Zuspiel, Alexandra Kulik auf Außen, Ina Wildführ auf Diagonal, Constanze Thomas auf Mitte und Maria Mateev auf der Liberaposition. Claudia Breitkreuz und Wendler hielten sich für den Doppelwechsel bereit.

Der erste Satz startete mit einer Meininger Aufschlagserie unglücklich zum 0:4. Wünsche machte es dann Meiningens Anna Störmer nach und konterte mit starken Aufschlägen zum 6:5. Beim 7:7 gab es den geplanten Doppelwechsel mit ersten starken Aktionen von der ehemaligen Chemnitzerin Wendler. Mit Ilgen im Aufschlag gelang dem Gastgeber der entscheidende Sprint zum 10:16 und damit einher viele Sorgenfalten beim Bornaer Trainer im Bereich Annahme und Feldabwehr. Beim 12:17 erfolgte der Rückwechsel und mit Wildführ im Service keimte beim 18:20 nochmal Hoffnung. Doch eine bis dato instabile Bornaer Annahme überließ dem Gast das Handeln und somit die 19:25 Satzführung.

Trainer Schroth ließ seine Startsechs unverändert im Glauben der Stabilisierung und Findung. Klupsch legte mit einer Aufschlagserie los wie die Feuerwehr (4:0). Einheit hatte vor allem in der Annahme um Libera Mateev zugelegt und Klupsch fand in Erdmann und Wildführ erfolgreiche Abnehmer. Eine überzeugende Blockleistung auf Mitte zeigte Wünsche. So gab es den Doppelwechsel diesmal beim 9:3 und im zweiten Abschnitt war er gewinnbringender. Kulik fand mit starken Aufschlägen Schwächen im gegnerischen Annahmeriegel (15:8). Breitkreuz steuerte in Block und Angriff wichtige Punkte bei und agierte überzeugend im Hinterfeldangriff. Über ein 19:10 und 21:13 war der finale Punkt beim 25:16 geschafft, es stand nur noch 1:1.

Auch im dritten Satz gab es keine personelle Veränderung. Beim 8:5 schien sich das Blatt zu Gunsten der Bornaerinnen zu wenden, sie bestimmten jetzt das Spielgeschehen. Doch der VV 70 ließ nicht locker und mit Ilgen im Aufschlag wurde aus einem sicheren 9:7 ein ärgerliches 9:13. Wieder hatte die Annahme mit den gefährlichen Aufschlägen zu kämpfen. Meiningen spielte zunehmend seine Erfahrung aus und hatte beim 17:24 sieben Satzbälle. Doch nach dem wichtigen Sideout durch einen Wildführ-Kracher wechselte jene an den Service und nun arbeitete das Einheit-Sextett wie ein Schweizer Uhrwerk. Punkt für Punkt holten unser SVE auf, auch eine gegnerische Auszeit beim 21:24 verhinderte nicht den nächsten Punktgewinn. Erst im letzten Atemzug riss Meiningen das Ruder zum 23:25 rum. Subjektiv ärgerlich, objektiv verdient.

Im vierten Abschnitt kam nun Breitkreuz von Beginn an für Kulik zum Einsatz. Meiningen suchte des Öfteren die frisch eingewechselte Spielerin und biss sich an ihrer perfekten Annahme die Zähne aus. Klupsch nutzte diese Bälle über Erdmann und Wildführ gewinnbringend. Doch nach und nach erlosch das Angriffsfeuer. Entweder das Timing stimmte nicht mehr oder kleine Fehlerchen schlichen sich ein. Der Gastgeber erarbeitete sich nach einem 3:4 ein 5:8 und hielt den kleinen Vorsprung bis zur Satzmitte (11:15). Mit fehlender taktischer Disziplin war schlussendlich beim routinierten VV 70 wenig zu holen. Nach dem hoffnungsvollen 19:21 über die eingewechselte Kulik war nicht mehr viel drin. Ein 20:25 bedeutete das Ende einer großen Chance in Meiningen zu punkten.

Fazit: Die Analyse nach dem Spiel offenbarte eine große Chance endlich mal was Zählbares aus Meiningen mitzunehmen. Beide Seiten waren quantitativ und qualitativ geschwächt und so hatte jedes Team seine Bürde zu tragen. Zu den Gewinnern auf Bornaer Seite zählen jene Spielerinnen, die bisher nicht so oft ran durften. Isabelle Erdmann und Laura Wünsche haben ihre Chance genutzt und eine solide Leistung auf die Platte gebracht. Auch die Kurzeinsätze von Neuzugang Lisa Wendler hatten es in sich. Die Chemnitzerin zeigte viel Einsatz und starke Aufschläge. Auf der anderen Seite stand eine eher wackelige Annahme und in Summe ein zu ineffektiver Angriff. Die eigene Aufschlagstärke hielt uns im Bereich eines Punktgewinnes. Auch wenn zum Schluss der Erfolg ausblieb, so bleiben doch wichtige Erkenntnisse hängen. Manchmal sind genau das die Erfolge in Spielen gegen starke Gegner aus dem oberen Tabellendrittel. Apropos starke Gegner, am Sonntag um 15 Uhr kommt der aktuelle Tabellenführer und wahrscheinliche Meister nach Borna. Wir hoffen auf zahlreiche Zuschauer und ein gutes Spiel unserer Bornaerinnen.

Geschrieben von: Sebastian Schroth
Es spielten: Maxi Klupsch (C), Ina Wildführ, Laura Wünsche, Claudia Breitkreuz, Isabelle Erdmann, Maria Mateev (L), Lisa Wendler, Constanze Thomas und Alexandra Kulik.
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