Glühwein schmeckt besser nach einem Sieg (<#field:views#>)

Volleyball, Regionalliga Ost, Regio History Team

10
Dez
2017
Glühwein schmeckt besser nach einem Sieg

Zusammenfassung
SWE Volley Team II - SV Einheit Borna
2
:
3
19
:
25
25
:
20
27
:
29
25
:
22
9
:
15
 
 
 
Regionalliga Ost
SG Erfurt
09 Dez 2017
30
Zuschauer
110
Minuten
„Der Glühwein schmeckt besser nach einem Sieg“ – so kann man als Trainer sein Team schon mal auf den fünften Satz einstimmen. Zumindest wenn im Anschluss ein Weihnachtsmarktbesuch auf dem Programm steht. In Anbetracht der Tatsache nicht zwangsweise in verstimmte Gesichter schauen zu wollen sprang Bornas Coach dieser Satz über die Lippen. Der Auftrag und die Spielweise waren eh klar. Frisch, fromm, fröhlich und frei von der Leber weg spielen. Das gelang nach einem 4:6 Rückstand im Tiebreak endlich auch. Claudia Breitkreuz servierte knallhart in die Erfurter Schwachstellen und stellte mit dem 8:6 die Weichen auf Sieg. Die SWE-Jugend wehrte sich war mit allen Mitteln, doch Einheit glänzte über Ina Wildführ und Christin Bobilow, die mit ihren Auftritten zu den Matchwinnern zählen. Mit einem 10:9 im Rücken zeigte Gaby Woithon nochmal ihr Können vom Aufschlagpunkt und brachte ihre Erfahrung punktbringend ein. Das 15:9 war extrem erleichternd und brachte wichtige Zähler aufs Einheitkonto. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen wurde vor den Feiertagen vergrößert und Platz 8 in der Regionalliga Ost vor Lichtenstein, TSV Leipzig und USV Jena gefestigt. Und tatsächlich schmeckte der Glühwein und Jagertee auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt deutlich besser mit einem Sieg im Rücken. Zusammen mit unseren Fans und unseren Team Managern wurde die Weihnachtszeit endgültig eingeläutet. Auf der Straßenbahnrückfahrt zu den Mannschaftsbussen haben wir gelernt, dass die Füße nicht auf die Sitze gehören und dass Schnee glatt sein kann. Lustig war es allemal und die ein andere haben wir auch von einer anderen Seite kennengelernt.

Mit drei Niederlagen im Rücken und einem schwindenden Abstand zu den Abstiegsplätzen reiste der SVE-Tross ins winterliche Erfurt zum SWE Volley Team II. Der Bundesligaunterbau ist jung, technisch gut ausgebildet und steht noch am Anfang der Volleyballkarriere. Auf dem sechsten Platz stehend gingen sie mit Heimvorteil leicht favorisiert ins Rennen, doch Einheits Coach sah viele Ansatzpunkte zum Auswärtssieg. Mit Gaby Woithon und Claudia Breitkreuz starteten zwei Erfahrungsträgerinnen auf der Außenposition und sollten die notwendige Sicherheit ins Einheit-Spiel bringen. Auf der Diagonalposition vertraute der Coach Claudia Göbel. Im Mittelblock gingen Jessika Richter und Christin Bobilow auf Punktejagd. Die Liberas Maria Mateev und Alexandra Kulik sollten zusammen mit Zuspielerin Maxi Klupsch für einen geregelten Spielaufbau sorgen.

Im ersten Satz merkte man den Bornaerinnen die Drucksituation im Abstiegskampf an. Viele Unsicherheiten und einfache Fehler brachten Erfurt in Front. Trainer Sebastian Schroth appellierte nach Auszeiten bei 7:10 und 11:14 an die größere Erfahrung seiner Spielerinnen. Diese sollte gegen die Youngsters besser genutzt werden. Durch zielgerichtete Aufschläge konnte Einheit zum 17:17 ausgleichen. Der Erfurter Annahmeriegel wackelte immer öfters und hielt dem Bornaer Aufschlagdruck nicht mehr Stand. Göbel, Breitkreuz und Bobilow sicherten den 25:19 Satzgewinn mit mutigen Floats.

Die Schwachstellen auf Erfurter Seite waren ausgemacht und sollten weiter konsequent genutzt werden. Bis zum 9:9 erlebten die gut 30 Zuschauer ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Dann wendete Erfurt das Blatt und zog durch starke Aufschläge auf 9:12 davon. Einheit bekam auch in der Folge die Annahme nicht unter Kontrolle. Ina Wildführ und Sandra Stockmeier sollten das Einheit-Spiel beleben und neue Angriffssituationen schaffen. Doch der 20:25 Satzverlust konnte nicht mehr verhindert werden.

Bornas Coach war es trotz Satzverlust nicht bange, denn er sah sein Team mit leichten Vorteilen agieren, die nur besser genutzt werden mussten. Erfolgreich umgesetzt wurde die Vorgabe durch Woithon, welche die SWE-Annahme beim 8:3 zum Erliegen brachte. Trotz komfortabler Führung fehlte Borna die Sicherheit. Der drohende Abstiegskampf hatte seine Spuren hinterlassen. Dankebälle ins Netz und einfache Angriffsfehler sind nur einige Beispiele. Erfurt konnte es recht sein und beim 11:9 waren sie fast wieder dran. Dann setzte Breitkreuz mit taktischen Aufschlägen erneut ein Achtungszeichen zum 14:9. Doch auch davon erholte sich Erfurt schnell. Beim 20:20 war der Ausgleich hergestellt. Göbel und Stockmeier sollten neuen Schwung auf der Außenposition bringen. Die sogenannte „money time“ war dann an Spannung kaum zu überbieten. Wildführ und Bobilow wurden durch Klupsch bestens bedient und Richter erzielte wichtige Blockpunkte. Stockmeier erzwang das 23:23 durch einen harten Angriff an den gegnerischen Außenblock. So konnte das Sideout immer gehalten und gegnerische Satzbälle unterbunden werden. Beim 27:27 war immer noch nicht Schluss und Richter am Aufschlagpunkt. Diesmal hatte die Delitzscherin ihre Nerven im Griff, servierte unangenehm und führte ihr Team zum wichtigen 29:27 Satzerfolg.

Der vierte Satz sollte mit veränderter Startaufstellung zum Erfolg führen. Doch Einheit verweilte in einer Starre, bekam nix auf die Reihe und Erfurt jubelte, wenn auch verhalten. Beim 0:8 und 5:12 kamen Woithon und Breitkreuz zurück ins Spiel und Einheit nahm langsam Tuchfühlung auf. Starke kämpferische Qualitäten um Kulik und Mateev brachten Borna in Reichweite und auch der Block um Bobilow packte mehrfach zu. Wildführ zeigte ihre Qualitäten in schwierigsten Situationen und erzielte unter Staunen sehenswerte Punkte. Auch Bobilow verwandelte einen Einbeiner nach dem anderen. Beim 19:19 schien alles wieder möglich und ein dreifacher Punktgewinn in Reichweite. Erfurt ließ sich die Butter jedoch nicht mehr vom Brot nehmen und ging durch mutige Geist-Aufschläge 19:24 in Front. Ein letztes Aufbäumen zum 22:24 konnten den Satzverlust zum 22:25 nicht verhindern.

Der Tiebreak sollte also die Entscheidung bringen und wie anfangs im Spielbericht erwähnt nahm er einen positiven Verlauf. Das Mehr an Spielerfahrung wurde immer deutlicher und bei Erfurt schwanden Kräfte und Konzentration. Eine gelbe Karte wegen Meckerns auf Erfurter Seite beflügelte den Tatendrang der SVE-Girls. Der 3:2 Auswärtssieg war eine Genugtuung für die geschundenen Einheit-Seelen.

Fazit von Trainer Sebastian Schroth: Ich habe heute bei meinem Team viel Nervosität und Unsicherheit erkannt. Unter normalen Voraussetzungen hätten wir heute klarer in Erfurt gewonnen. Ich kann mich jedoch gut in meine Spielerinnen reinversetzen und weiß, dass die Situation angespannt war. Allen war bewusst, dass es die letzte Punktchance der Hinrunde war und wir dringend Punkte zum Klassenerhalt benötigen. Umso schöner, dass wir trotz Berg- und Talfahrt in den wichtigen Situationen im dritten und fünften Satz da waren und diese Phasen für uns entscheiden konnten. Besonders wichtig an diesem Tag waren Christin Bobilow und Ina Wildführ. Sie haben auch in schwierigen Situationen gepunktet und auf sie war jederzeit Verlass. Im Aufschlag überzeugte abermals Claudia Breitkreuz und auch Gaby Woithon. Die Hinrunde ist nun vorbei und wir stehen mit 4 Siegen aus 10 Spielen nur minimal schlechter da als in der letzten Saison. Das Teilnehmerfeld ist jedoch viel ausgeglichener und somit ist der Abstand zu den Abstiegsplätzen deutlich geringer. In der Rückwunde möchte sich Einheit Borna steigern und diese deutlich erfolgreicher spielen. Einheit hat einen starken Kader mit vielen Wechseloptionen. Die Stärken aller Spielerinnen müssen entsprechend eingebracht und platziert werden. Dazu bedarf es Motivation, Teamgeist und Leistung. Werte die bei Einheit schon immer groß geschrieben wurden. Vielen Dank an die Unterstützung von Norman Hertwig, Marcus Skowronek, Thomas Milewski, Daniel Fittke und Martina Göbel beim wichtigen Auswärtstrip.

Geschrieben von: Sebastian Schroth
Es spielten: Maxi Klupsch (C), Ina Wildführ, Claudia Breitkreuz, Claudia Göbel, Maria Mateev (L), Lisa Heseler, Christin Bobilow, Sandra Stockmeier, Gaby Woithon, Jessika Richter und Alexandra Kulik (L).
Kommentar hinterlassen ...
In diesem Formular können Sie einen Kommentar hinterlassen.